Filmproduktion

Fachbegriffe aus der Praxis in der Praxis, Artikel, Diskussionen, Erfahrungsaustausch

Mai
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Atmo – ohne sie geht beim Film gar nichts

Von Loco am 11. Mai 2011 veröffentlicht

Die Atmo – Entscheidung über Sieg und Niederlage eines Films

Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Griechischen (atmós) und bedeutet Dunst. Atmo ist die Abkürzung von Atmosphäre. Die Bezeichnung wird für das Erstellen von Hintergrundgeräuschen bei Funk, Fernsehen und Film verwendet. Die Atmo ist also immer im “Hintergrund” und niemand nimmt sie bewußt war, ist sie jedoch nicht vorhanden, ist das Bild “tot”. Bsp.: Ein Wald ohne Windgeräusche, ein Park ohne Vogelgezwitscher, eine Strasse ohne Verkehrslärm.
Atmo Mikro Filmproduktion tvstoriesDie Atmo wird also unterbewußt wahrgenommen – sie ist elementarer Bestandteil von Film und Fernsehen und sorgt für die jeweils richtige Stimmung,  Die Atmo wird bei TV-Produktionen meist vor Ort mit aufgenommen. Im Kino wird sie sogar teilweise nachvertont, um den Zuschauer noch tiefer in den Film eintauchen lassen zu können. Bsp.: Rauschen des Meeres oder Galoppieren von Pferdehufen.

Das Film-Gespräch: Voll-Atmo oder freistehende Atmo

Wann immer ein Dialog in Tv-Produktionen stattfindet, spricht man von Voll-Atmo oder freistehender Atmo. Beispiele finden sich in fast jeder Reportage, so auch bei Kabeleins. Im Gegenesatz zum O-Ton (Originalton), wo eine Interviewszene eingerichtet wird und der Protagonist direkt in Richtung Kamera spricht, handeln und unterhalten sich die Personen selbständig ohne Bezug zum Kamerateam. Die Atmo wird in diesem Fall in der Postproduktion ebenfalls auf null db gepegelt, also dem O-Ton audiotechnisch gleich gesetzt, damit der Zuschauer einen konstanten Pegel ins Ohr bekommt. Wenn dramarturgisch besondere Akzente gesetzt werden sollen, verwendet man die Voll-Atmo auch bei Geräuschen. Bsp.: Starten eines Motors oder Abfahrt mit quietschenden Reifen

 

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